Jan ist im Knast – und wir stehen hinter ihm!
Lucia Bruns: “Der NSU-Komplex und die akzeptierende Jugendarbeit – Rassismuskritische und geschlechterreflektierende Perspektiven”
Kundgebung vor Paradiescafé: FAU fordert Entschädigung für ehemalige Auszubildende
Seit diesem Sommer fordert eine ehemalige Auszubildende vom Paradiescafé eine Entschädigung nach dem Berufsbildungsgesetz dafür, dass sie aufgrund des stark belastenden Betriebsklimas ihre Ausbildung abbrechen musste. Dazu hat sie mit gewerkschaftlicher und anwaltlicher Unterstützung geklagt. Allerdings kam es in der Güteverhandlung zu keiner Einigung. Der Kammertermin am Arbeitsgericht ist für den Mai 2022 angesetzt. Nun […]
Kein Schlussstrich in Jena?
Gespräch mit Birgit Mair zur Ausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen”
Ausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung des Verbechen”
Ehemalige Auszubildende geht zusammen mit der FAU Jena gegen Schikane im Restaurant Paradies Café GmbH vor
FAU Sommerfest am 15. August
Ein Zwischenstand zur Aufarbeitung von Vorfällen sexueller und sexualisierter Gewalt
Licht an! – Geheime Dienste scheuen die Helligkeit
Sommerschule der FAU in Hannover
Kündigung bei “Paul Sinus Art”
Außergerichtliche Einigung mit Nordhäuser Hausmeister und Paketzusteller Rolf Hübsch
Stellungnahme des Infoladen-Plenums zu den Outcalls
Zuerst möchten wir ausdrücklich sagen, dass wir uns solidarisch mit den Betroffenen sexueller und sexualisierter Gewalt zeigen!
Wir als Infoladen Jena möchten auch noch einmal Stellung beziehen. Wir sind spät dran, was wir nicht entschuldigen können, aber trotzdem möchten wir unsere Eindrücke und Meinungen nach einigen Diskussionen teilen.
Im Gespräch miteinander haben wir festgestellt, dass der Infoladen auch eine Historie von im weiteren Sinne antifaschistischen Gruppierungen spiegelt. Bereits früher war der Laden in Diskussionen um Vorfälle sexualisierter Gewalt und sexistischen Verhaltens involviert. Im Zuge dessen wurden auch schon Hausverbote ausgesprochen. Gerade für einen Raum wie diesen ist es wichtig, dass Grenzen gezogen werden, wer willkommen ist und wer nicht. An dieser
Stelle möchten wir auch transparent machen, dass der im Jenaer Outcall (vom August 2020) bekannt gemachte Täter eine Zeitlang (von Juli bis August 2019) zum Laden Zugang hatte.
Stand jetzt ist, dass er und die Täter aus Saalfeld im Infoladen Hausverbot haben.
Wir als Infoladen-Plenum sind solidarisch mit den betroffenen Genoss*innen, unabhängig von ihrem Umgang mit den Erfahrungen und den Tätern. Wir orientieren uns an den Forderungen der Genoss*innen. Darüber hinaus ist es unsere Aufgabe als Raum, ein Konzept zur Reaktion auf sexistisches Verhalten und Übergriffe zu erarbeiten, nicht nur um auf die Outcalls zu reagieren, sondern auch, um einen Umgang für mögliche zukünftige Übergriffe zu finden. Es braucht ein verbindliches und transparent gemachtes Konzept, auf das im Falle des Falles Bezug genommen werden kann.. Wir möchten, dass sich alle Genoss*innen bei uns einbringen können und nicht aus Sorge vor Übergriffen und Mackern wegbleiben.
Im Gespräch ist uns aufgefallen, dass folgende Frage wieder auf den Tisch muss: Wie hängen Antifa, Männlichkeitsinszenierung und Mackertum zusammen? Es ist definitiv eine Aufgabe, das innerhalb der Szene kritisch zu diskutieren und zwar immer wieder. Für eine solche Diskussion stellt sich der Infoladen mit seinen Ressourcen zur Verfügung. Das richtet sich auch an (Bezugs-)Gruppen, die sich darüber austauschen möchten, was das mit ihnen selbst zu tun hat.
Weiter möchten wir aktiv unterstützen, dass Aufklärung geleistet wird: über das Patriarchat, über sexuelle und sexualisierte Gewalt, insbesondere gegen Frauen, über ihre psychischen Folgen und den Umgang damit. Es muss basierend darauf dringend innerhalb der Szene diskutiert werden, wie der Umgang mit Genoss*innen ist, die übergriffig werden und wie wir diejenigen unterstützen, die durch Übergriffe betroffen sind. Und diese Diskussion muss geführt werden, bevor Übergriffe passieren. Unsere Tür (und alles was damit zusammenhängt) ist offen für die Selbsthilfe/Unterstützung von Betroffenen.
Mit den Outcalls ist uns schmerzhaft bewusst geworden, dass es in Thüringen an Unterstützungsstrukturen für Betroffene aus der linken Szene heraus fehlt. Auch das muss bearbeitet werden (und wird es von einigen bereits).
Und nicht zuletzt muss die politische Organisierung von FLINTA* gestärkt werden. Ob es der Infoladen mit seinen aktuell Aktiven schafft, zum Beispiel eine FLINTA*-Öffnungszeit zu stemmen, wissen wir noch nicht. Fühlt euch aber bitte angesprochen, wenn es heißt: bei uns könnt ihr undogmatische linke Politik und Subkultur machen. Der Laden ist zwar klein, aber vollgestopft mit Wissen und Möglichkeiten.
Nochmal anders: Wir leben in patriarchalen kapitalistischen Verhältnissen. Darin sind Diskriminierung, Unterdrückung und/oder Verfolgung an der Tagesordnung. Diese richten sich häufig in Form von Gewalt gegen Frauen und gegen Menschen, die sich nicht in eine heterosexuelle oder cis-geschlechtliche Schublade stecken lassen (wollen). Gegen diese Verhältnisse richtet sich unsere Politik. Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle ohne Angst verschieden sein können. Mit den Outcalls aus Jena und Saalfeld, aber auch denen aus Erfurt und Gotha letztes Jahr ist mal wieder überdeutlich geworden, dass auch Antifaschist*innen Gewalt und sexistisches Verhalten ausüben. Manches davon haben Leute mitbekommen, ohne einzugreifen, anderes lief unterm Radar. So darf es nicht weitergehen. Innerhalb der Szene muss selbstkritisch reflektiert werden. Es muss antisexistisch aufgeklärt werden. Es müssen Strukturen geschaffen werden, an die sich betroffene Genoss*innen wenden können und die politische Organisierung von FLINTA-Genoss*innen muss unterstützt werden. Dafür steht der Infoladen zur Verfügung. Denn für die dort Aktiven ist klar: Wir sind an der Seite der Betroffenen.
Infoladen Jena
(infoladenjena@riseup.net)
FAU Jena aus Corona-Schlaf erwacht
Demonstration gegen Repression am 3. Juli um 15 Uhr in Jena
Lirabelle #25

Pünktlich zum Jahrestag von Weimar im April informiert die Stadtverwaltung von Weimar über Facebook darüber, dass die „spürbar zunehmenden Beschmierungen von privaten und öffentlichen Gebäuden [.] am vergangenen Wochenende einen weiteren Tiefpunkt erreicht[e].“
Hintergrund der Empörung sind auf dem Wittums-Palais, einem UNESCO-Welterbegebäude, mit Sprühfarbe angebrachte Schriftzüge. In der Berichterstattung wird auch Bürgermeister und Ordnungsdezernent Ralf Kirsten zitiert. Er lässt verlauten: „Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger, uns dabei zu unterstützen und nicht tatenlos zuzusehen, wie einige Wenige unsere schöne Stadt beschmutzen und verschandeln.“ Der, der hier Bürger*innen auffordert gegen Menschen, die der Sachbeschädigung verdächtig sind, zur Tat zu schreiten, war bis vor Kurzem noch Polizeichef von Weimar. Zuletzt im Mai 2020 in die bundesweiten Schlagzeilen geraten ist er, als bekannt wurde, dass Polizisten unter seiner Führung im Jahr 2017 eine Frau bei einer Durchsuchung in ihrer Wohnung bedrängten und sexuell belästigten. Auch ein weiterer Fall fand während seiner Amtszeit statt (siehe News „Bulle zu Haftstrafe verurteilt“).
In seinen Verantwortungsbereich fallen auch die Ereignisse vom April 2012, die unter dem Schlagwort Weimar im April bekannt wurden. In der Nacht vom 19. zum 20. April wurden damals vier Jugendliche in Gewahrsam genommen. Den Beamten schutzlos ausgeliefert wurden sie sexistisch und rassistisch gedemütigt und teils schwer misshandelt. Sie erstatteten Anzeigen und fanden sich wenig später selbst auf der Anklagebank eines Gerichts wieder.
Kein Vergeben, kein Vergessen: http://wia.blogsport.de
Wenn in Zusammenhang mit den Sprühereien am Wittums-Palais also etwas stinkt, dann dass es ausgerechnet Kirsten ist, der sich in aller Öffentlichkeit über den von ihm gewünschten Umgang mit Sprüher*innen äußert.
Der Wahnsinn um Ordnung und Sauberkeit in der deutschen Kulturstadt Weimar im Zusammenhang mit der Kriminalisierung antifaschistischer Aktionen bringt die Einsendung auf der Rückseite auf den Punkt.
Free Lina! Wir sind alle linX! Feminismus und Antifa gehören zusammen!
Die Redaktion der Lirabelle 25
- News
- Gesellschaftskritik muss man selber machen
Fabian hat beobachtet und entdeckt, dass der Aktionismus des linksradikalen Bündnisses AMMSM einige inhaltliche Leerstellen aufweist. Das Bündnis soll auf die Fallstricke von Identitätspolitik und Empörung hingewiesen werden. - Silence is an option – Thüringer linksradikale Szene wartet in großen Teilen ab
Mit Perspektive aus Jena skizziert die AG-Ü30 die jüngeren Entwicklungen in Bezug auf die Veröffentlichungen von Outcalls zu Erfahrungen sexualisierter Gewalt innerhalb der linken Szene in Thüringen. Ein Beitrag dazu, was zu tun gewesen wäre, was tatsächlich geschah und was uneingelöst bleibt (Stand: Ende Februar 2021). - Erfurt im Nationalsozialismus – Geschichte via Smartphone
Über die Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Formats schreibt Annika. - Arsen im Salzstreuer
Kira Strolch und Karl Meyerbeer besprechen einen Sammelband, der Texte aus der feministischen Zeitschrift „Die Schwarze Botin“ aus den Jahren 1976-1980 wieder veröffentlicht. - Bild vom digitalen Pubquiz
Die Bilder zeigen die Ergebnisse einer Aufgabenstellung des Pubquiz‘ vom Veto 2021. - Kann ich in ihrem Abteil Pause machen?
Weil das Leben doch kein Ponyhof ist, berichtet Beta heute von einer grenzüberschreitenden Anmache, auf die sie lieber verzichtet hätte – auch wenn der Bio-Tee lecker war. - Wo ich auch nach Corona nicht einkaufen werde
- Repressionsschnipsel und #freelina
- Die Aluhut–Chroniken XX
Vedisch-Energetische Reflexzonenbiopsychotherapie®
In den 1970er-Jahren war klar: Wer sich mit New Age beschäftigt, fährt nach Indien zum Guru. Oder will das zumindest. Das hat dem Guru einiges Einkommen eingebracht, unvergessen Osho, der Bhagwan, der vom Geld seiner Anhänger*innen – darunter große Geister wie Peter Sloterdijk und Nena – eine Flotte von 93 Rolls-Royce anschaffen konnte. Nun hat sich der Zeitgeist gewandelt: Wer hat noch die Muße, eine dreimonatige Auszeit zu nehmen, um sich mit dem Campingbus auf den Weg nach Poona zu machen, um dort Erleuchtung zu tanken? Niemand. Heute kauft man spirituelle Selbstoptimierung bei der freundlichen Esoterik-Praxis um die Ecke. Die hält ein breites Angebot vor: Biodynamische Resonanztherapie®, Metabolische Meditation®, Polyplastischer Schamanismus®, geschnitten oder am Stück. Und täglich entstehen neue Angebote. Das ® zeigt an, dass der Begriff als Marke eingetragen ist und nicht von allen Dahergelaufenen genutzt werden kann. Um also Energetische Metahypnose® oder Ariosophische Introspektion® verkaufen zu dürfen, muss man sich an die Markeninhaber*innen wenden. Die wiederum wären schön blöd, würden sie allen Kleinstadtesoteriker*innen einzeln Kristalline Nanolevitation® beibringen. Deswegen funktioniert die Wissensweitergabe heutzutage mehrstufig: Um in Erfurt Geomantische Psychologie® oder Telurisches Yoga® anbieten zu können, muss man erst mal die Level-1-Schulung machen (550,00€ zuzüglich MwSt). Um wiederum selbst die Level-1-Schulung in Neoagnostischer Physiosakraltherapie® anbieten zu dürfen, muss man natürlich die Level-2-Schulung machen. 2.480€ zuzüglich MwSt. Aber, man ahnt es, auch die Ausbilder müssen irgendwie qualifiziert werden, deswegen gibt es halt auch noch die Level-3-Schulung. Für 8.400€. Und so weiter. Wie bei allen Pyramidensystemen wandern dabei Waren (dubiose Zertifikate) die Pyramide nach unten, Geld nach oben. Und wie bei allen Pyramidensystemen funktioniert das Ganze nur so lange, wie es gelingt, neue Kund*innen zu finden. Und das ist nicht so einfach. Anders als Osho in der guten alten Zeit, verkauft die zeitgenössische Esoterik Individualität. Und die ist nicht gegeben, wenn jede*r Dritte beim Waldorf-Elternabend schon Thermodynamische Darmsanierung® oder Mikrobiotische Quantenimpedanz® gemacht hat. Deswegen ist das esoterische Kleinunternehmer*innentum finanziell gesehen ein Glücksspiel: Kann ich die Omnipotente Selbstwirksamkeit® an genügend Endkund*innen verkaufen? Wird die Gastrointestinale Lepidopteraphilie® im Frühling ein Renner, sodass es lohnt, schnell noch den Aufbaukurs zu machen? Werde ich mit Achtsamer Skatologie® endlich reich werden? Dass die meisten Anbieter von Magnetischer Bioelektronentherapie® ihre Dienste auf der Pinnwand im Bio-Discounter anbieten und es bisher absolut niemand geschafft hat, von Vedisch-Energetischer Reflexzonenbiopsychotherapie® einen Rolls-Royce zu finanzieren, spricht dagegen.
Sonderangebot für Leser*innen: nur 549,-

Repressionsschnipsel und #freelina

Die GG/BO-Soligruppe Jena veröffentlicht eine Solidaritätserklärung für die seit November 2020 inhaftierte Lina – getragen von zahlreichen Thüringer Gruppen. Die Generalbundesanwaltschaft wirft ihr und weiteren vor, Teil einer kriminellen Vereinigung zu sein, die sich an der Schwelle zum Terror bewege. Dabei geht es vor allem um zwei Angriffe auf eine Eisenacher Neonazi-Kneipe und ihren Betreiber Leon Ringel Ende 2019. Weitere Infos: https://freiheitfuerlina.noblogs.org
15.3.21, Jena: Solidarischer Umgang mit Repression nach Scherbendemos
Die Rote Hilfe Ortsgruppe Jena rechnet nochmals mit einer Zunahme von Repression nach der Sponti am 13.3. In Folge der Aktion am 11.11.20 werden von den Bullen Vorladungen zur DNA-Entnahme verschickt. Niemand muss zu den Cops, wenn dies nicht richterlich oder durch die Staatsanwaltschaft angeordnet wurde. Laut Innenministerium wurde eine Sonderkommission mit 14 Cops eingesetzt. Nehmt die Sache ernst, beratet euch mit der Roten Hilfe, seid verantwortungsbewusst, räumt eure Zimmer auf und bleibt aktiv!
18.03.21: Wir sind alle 129a – Antifa verteidigen!
Zum Tag der politischen Gefangenen erscheint die website https://wwww.129antifa.net und informiert über mehrere aktuelle Strukturermittlungsverfahren der Soko Linx und der Generalbundesanwaltschaft. Konsequenter Antifaschismus wird kriminalisiert, Inhaftierungen haben stattgefunden und drohen. Die Repressionswelle richtet sich u.a. gegen Menschen in Hamburg, Frankfurt, Berlin, Weimar und Stuttgart. Klarer Appell: „Organisiert euch gegen Repression und Faschismus!“
Wo ich auch nach Corona auf keinen Fall einkaufen werde
